1. Beschreibe das Problem aus Nutzersicht.
Ein gutes Briefing beginnt mit der Ausgangslage. Was passiert heute, wer ist beteiligt und wo entsteht unnötiger Aufwand? Notiere ein konkretes Beispiel. „Unser Team kopiert jeden Montag Bestellungen aus drei Dateien“ ist greifbarer als „Wir möchten digitaler werden“.
Beschreibe anschließend das gewünschte Ergebnis. Erfolg kann beispielsweise bedeuten, dass ein Nutzer einen Vorgang ohne Rückfrage abschließen kann oder dass Daten nicht mehr doppelt eingegeben werden müssen. Lege fest, woran ihr diese Verbesserung nach der Einführung erkennen wollt, ohne vorab unrealistische Ergebnisse zu versprechen.
2. Plane eine sinnvolle erste Version.
Trenne notwendige Funktionen von sinnvollen Erweiterungen. Eine erste Version sollte einen vollständigen Kernablauf ermöglichen. Zusätzliche Rollen, Auswertungen oder Animationen können später folgen, sofern sie für den ersten Nutzen nicht erforderlich sind.
- Muss: Ohne diese Funktion wird das Hauptziel nicht erreicht.
- Soll: Sie verbessert die Nutzung, ist aber nicht zwingend für den Start.
- Später: Eine gute Idee, deren Nutzen erst nach ersten Erfahrungen geprüft wird.
Beschreibe auch Ausnahmen: Was passiert bei einer ungültigen Eingabe, einer doppelten Buchung oder einem nicht erreichbaren Fremdsystem? Vereinbarte Beispiele und Abnahmekriterien helfen, denselben Funktionsumfang zu verstehen.
3. Verstehe, was Budget und Zeit beeinflusst.
Die Anzahl sichtbarer Seiten allein ist kein zuverlässiger Maßstab für den Entwicklungsaufwand. Eine einfache Eingabemaske kann komplizierte Berechnungen auslösen. Eine optisch aufwendige Seite kann dagegen technisch überschaubar sein.
Funktionslogik
Regeln, Rollen, Ausnahmen und Prüfungen bestimmen, wie viel Logik entwickelt und getestet werden muss.
Schnittstellen & Daten
Dokumentation, Zugänge, Datenqualität und Grenzen externer Dienste beeinflussen die Anbindung.
Design & Inhalte
Vorhandene Gestaltung, fertige Texte und geklärte Bildrechte können die Vorbereitung vereinfachen.
Qualität & Betrieb
Tests, Zugänglichkeit, Hosting, Updates, Backups und Unterstützung brauchen einen vereinbarten Rahmen.
Ein Budgetrahmen hilft, den Umfang realistisch zu priorisieren. „Noch offen“ ist ein sinnvoller Ausgangspunkt, wenn zuerst die Anforderungen geklärt werden müssen. Ein verbindlicher Preis und Termin entstehen erst aus einem abgestimmten Angebot. Laufende Gebühren externer Anbieter, Hosting und Wartung sollten darin gesondert erkennbar sein.
4. Kläre die technische Umgebung frühzeitig.
Notiere die vorhandene Website, das CMS und den Hostinganbieter. Gibt es bereits Benutzerkonten, eine Datenbank oder andere Systeme? Werden Daten aus Dateien übernommen oder über eine API bezogen? Namen und verfügbare Dokumentation reichen für ein erstes Gespräch. Passwörter, API-Schlüssel und echte Kundendaten gehören nicht in eine unverbindliche Projektanfrage.
Je nach Ausgangslage lässt sich die Lösung direkt in die Website einbinden, in einem eigenen Bereich betreiben oder über eine Schnittstelle verbinden. Diese Entscheidung sollte nicht erst nach der Entwicklung fallen. Zu klären sind außerdem unterstützte Browser und Geräte, Datenflüsse und die Zuständigkeit für den Betrieb.
Welche Daten werden wirklich benötigt? Wer darf sie sehen? Wann werden sie gelöscht? Die technische Umsetzung unterstützt ein Datenschutzkonzept, ersetzt aber keine rechtliche Prüfung. Bei externen Diensten müssen zusätzliche Anforderungen und gegebenenfalls Vereinbarungen berücksichtigt werden.
5. Plane Zusammenarbeit, Tests und Übergabe.
Bestimme eine Ansprechperson, die fachliche Fragen klärt und Rückmeldungen bündelt. Vereinbare, wann Entwürfe oder Zwischenstände geprüft werden und wie Änderungen am Umfang behandelt werden. Späte Änderungen können Auswirkungen auf Aufwand und Termin haben; sie sollten deshalb bewusst entschieden werden.
Teste nicht nur den idealen Ablauf. Auch leere Eingaben, Fehlermeldungen, Tastaturbedienung und kleine Bildschirme gehören dazu. Für die Übergabe sind je nach Projekt eine kurze Dokumentation, Zugänge über sichere Kanäle und eine Einweisung sinnvoll. Wartung, Sicherheitsupdates, Wiederherstellung und spätere Erweiterungen benötigen klare Zuständigkeiten.
6. Deine Checkliste für den Projektstart.
Markiere, was du bereits vorbereitet hast. Die Auswahl dient nur deiner Orientierung, wird nicht übertragen und bleibt nicht nach einem Neuladen gespeichert.
Eine Vorlage statt eines leeren Blatts.
Die Textvorlage enthält Fragen zu Ziel, Umfang, Rahmen und Technik. Du kannst sie lokal bearbeiten und als Grundlage für dein Briefing verwenden.
Briefing-Vorlage herunterladenTextdatei · lokal bearbeitbar · keine Anmeldung erforderlich
Du musst noch nicht alles wissen.
Ein Briefing ist kein fertiges Pflichtenheft. Wenn du deine Ausgangslage erklären kannst und die wichtigsten offenen Fragen kennst, ist das eine gute Grundlage für ein erstes Gespräch. Unsere geführte Projektanfrage hilft dir, diese Informationen strukturiert zu übermitteln.
Projekt Schritt für Schritt anfragenDie passende Art der Lösung ist noch unklar? Lies auch unseren Vergleich von Web-App, Tool und Browsergame .